Aktuelle Projekte von Prof. Dr. Ulrich Otto

Gemeinschaftliches Wohnen

Generationenwohnen in langfristiger Perspektive – von der Intention zur gelebten Umsetzung 

Generationenwohnprojekte in langfristiger Perspektive – nach mehreren Jahren wird der Blick zurück auf die innovative Ursprungsidee gerichtet und die Entwicklung des Projekts bis hin zum heute gelebten Wohnalltag reflektiert.  

Der Ansatz des praxisorientierten Forschungsprojekts ermöglicht es, die meist innovativen Ursprungsideen solcher Projekte nach mehrjährigem Bestehen mit der aktuellen Umsetzung zu vergleichen und den effektiven Entwicklungsprozess zu analysieren. Aus den Jahren der Projekterfahrung soll man lernen, denn Häusern und Siedlungen mit mehreren Generationen schreibt man großes Potenzial zu, dass dort Solidarität und gegenseitige Unterstützung erwartet wird.

Gerade für das Älterwerden zu Hause sind solche unterstützenden Nachbarschaften wichtig. Neben alternsfreundlichen Wohnungen und ambulanten sowie intermediären Versorgungsstrukturen gelten funktionierende Netzwerke im nahen Sozialraum als unerlässliche Voraussetzung – sowohl für die Einbindung ins soziale Leben als auch für allfällige Hilfeleistungen. Die zunehmend diversifizierten und individualisierten Lebensentwürfe sowie die erhöhte Mobilität können den Beziehungen zu anderen Generationen im Alltag vieler Menschen entgegenstehen. Es ist daher auch ein Wunsch eines Grossteils der älteren Bevölkerung, in einem Haus mit verschiedenen Generationen zu wohnen.

Im Rahmen des Forschungsprojekts wird ein Set von Projekten untersucht. Darin werden verschiedene Überbauungen und Siedlungen aus der Schweiz aufgenommen, die Zielgruppen aller Generationen, aber auch teilweise gezielt Personengruppen im Alter über 50 Jahre ansprechen. Manche davon wurden bereits von der mitfinanzierenden Age-Stiftung gefördert.

Projektteam

ETH Wohnforum: Eveline Althaus und Marie Glaser (Co-Projektleitung ETH),  Ulrich Otto (Co-Projektleiter), Heidi Kaspar (ab 2021, Info), Angie Birrer

Laufzeit

Okt. 2020 – Sept. 2023

Finanzierung + Partner

Das Projekt entsteht in Zusammenarbeit und Pool-Förderung verschiedener Stiftungen: AgeStiftung Beisheim Stiftung, Walder Stiftung

Mehr Info zum Projekt auf Website Age-Stiftung

Multi-Generation Smart Community (mGesCo)

Co‐Working und soziale Teilhabe durch multigenerationale Vernetzung im Smarten Quartier

Das F+E-Projekt zielt darauf ab, technische und soziale Lösungen zur Flexibilisierung der Arbeit sowie zur Teilhabe im sozialen Kontext durch Forschungs- und Praxispartner in einem Reallabor (Living Lab) zu entwickeln und zu erproben – im gesamten Prozess gemeinsam mit den Nutzer*innen. Als Living Lab dient das Smarte Quartier Jena Lobeda, in dem unser Projektpartner Stadtwerke Jena Gruppe in den Bereichen Wohnen und Energie, Mobilität, Einkauf und Logistik, Gesundheit und Plattform bereits neuartige Wege beschreitet.

Unser Projekt verfolg einen ganzheitlichen und partizipativen Ansatz. Die Entwicklung und Erprobung der Lösungen vernetzt verschiedene Betrachtungsdimensionen:

Abb.: Interdisziplinär-integrierte Perspektive auf vier zentrale Lebensbereiche
  • Working fokussiert die Möglichkeiten der digitalen Arbeitswelt als Chance für eine Flexibilisierung mindestens des Arbeitsortes sowie innerhalb des Lebenslaufs. Angezielt wird alter(n)sgerechte und gesundheitsförderliche Arbeit, die zugleich Chancen auf soziale Vernetzung und Teilhabe eröffnet.
  • Housing  bezieht sich auf die Wohnung (inkl. der engeren Wohnumgebung) als Ort des Lebens mit Unterstützung digitaler Technologien. Technisch basierte Unterstützung bezieht sich dabei sowohl insbesondere auf Active Assisted Living (AAL) und Smart Home-Technologien als auch auf Tätigkeitsformen, die zuhause ausgeübt werden.
  • Living untersucht vielfältige gestufte Formen von Hausgemeinschaften, Nachbarschaften und Quartiersleben, die von attraktiven digitalen Angeboten profitieren. Analoge und digitale Partizipations- und Kommunikationsformen werden miteinander verschränkt, um die jeweilige Akzeptanz und Effizienz zu verstärken.
  • Supporting/Caring wird durch eine Vielfalt von Personen und Instanzen geleistet. Unterstützungsleistungen aus der Nachbarschaft, durch Freiwilligendienste, durch professionelle Dienstleister (u.a. aus dem Sozialbereich oder aus der Wohnungswirtschaft) werden systematisch im digital unterstützten Lösungskonzept integriert.

Die gesamte Projektkonzeption berücksichtigt die Themen Arbeit, Gesundheit und Soziales. Mit dem demografischen Wandel ist die Flexibilisierung der Arbeit für Unternehmen zunehmend bedeutender, denn die Gesundheit von Arbeitnehmer*innen, nicht nur der älteren Generation, ist ein bedeutender ökonomischer Faktor.

Zielsetzung im Projekt

Das Vorhaben zielt auf forschungsbasierte Innovation im technischen wie auch sozialen Bereich. Als Zielgruppe adressiert es vor allem die Generation 55+ der “Babyboomer”. Sie treten nun in die Übergangsphase vom Berufsleben in die Rente ein. In dieser sind einerseits alterskorrelierte Einschränkungen wahrscheinlicher, andererseits bringen diese Menschen mehr als je zuvor vielfältige Ressourcen mit in diese Lebensphase – u.a. in den Bereichen Bildung und Kompetenzen, Gesundheit und teilweise auch Finanzen. In ihren beruflichen Kontexten sind sie oft nur schwer entbehrliche Wissens- und Erfahrungsträger. Zugleich wandelt sich, allerdings voller Ungleichzeitigkeiten, das Altersbild. Die jungen Alten gelten als immer anspruchsvoller. Sie legen hohen Wert auf Selbstbestimmtheit und Lebensqualität. Bei all dem gilt: keine Bevölkerungsgruppe ist so heterogen wie die der Älteren.

Das Vorhaben entwickelt und untersucht Ansätze, wie den Herausforderungen einer alternden Gesellschaft so begegnet werden kann, dass die Interessen der Gesellschaft (von der Erhaltung der Leistungsfähigkeit erfahrener Fachkräften über gesundes Altern bis hin zu resilienten Wohnquartieren) mit deren individuellen Bedürfnissen in Einklang gebracht werden können. Haben frühere Projekte die Forschung und Entwicklung abseits der Nutzer*innen verfolgt, stellt dieses Projekt die Anspruchsgruppe in allen Projektphasen in den Vordergrund und bettet die Technologieentwicklung durch den Living Lab- und Partizipationsansatz bewusst in soziale Kontexte ein. Zur Entwicklung innovativer (digital gestützter) Lösungen verfolgen wir mithilfe sozial-, technik- und informationswissenschaftlich er Expertise sowie starken Entwicklungs- und Umsetzungspartnern eine konsequent interdisziplinäre Arbeitsweise.

Projektteam

Prof. Dr. Christian Erfurth (Informatik und Prof. Dr. Michael Opielka (Soziale Arbeit) (Projektleiter, EAH Jena), in Kooperation mit Ulrich Otto (Co-Projektleiter)

Entwicklungs- und Umsetzungspartner

Laufzeit

Juni 2021 – Mai 2024

Finanzierung

Carl Zeiss Stiftung; Projektvolumen: 940.000 €

Mehr Infos zum Projekt und den Partnern


English Abstract:
Goal: The project aims to develop and evaluate technical and social solutions for flexible work models and participation in the neighborhood in a real lab (Living Lab) – throughout the entire process together with the users and implementation and practice partners. The Living Lab is the Smart Quarter Jena Lobeda, in which the project partner Stadtwerke Jena Gruppe is already breaking new ground in the areas of housing and energy, mobility, purchasing and logistics, health and platform.